13.01.15, 14:00:00

71 Reine Liebe und begrenzte Liebe


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Heute wieder eine Lesung aus Swami Sivanandas Buch Göttliche Erkenntnis, aus dem Abschnitt Liebe. Heute ein Teil, der vermutlich Anlass zu Kontroversen geben kann. Swami Sivananda lebte in der Liebe zu allen Wesen. Er hatte großes Mitgefühl mit allen, auch mit menschlichen Schwächen. Er meint aber, dass die tiefe Sehnsucht der Seele nach Liebe nicht durch körperliche Liebe, durch egoistische Liebe, befriedigt werden kann. In unterem Abschnitt spricht er darüber, dass die körperliche Liebe begrenzt ist und nicht dauerhaft zufrieden stellen kann. Und er warnt davor, aus der Liebe eine Krämerliebe zu machen, nach dem Motto: Ich liebe dich in dem Maß, in dem ich von dir mehr zurückbekomme als ich von dir bekomme. Im Menschlichen mag es sein, dass es einen gewissen Ausgleich zwischen Geben und Nehmen geben muss. Echte Liebe ist aber bedingungslos. Ich lese also jetzt den Text von Swami Sivananda: „Liebe zu Körper oder Haut ist begrenzte Liebe. Liebe zu Gott ist Prem, Hingabe. Sie ist reine Liebe. Liebe um der Liebe willen. Jemanden zu lieben, um einen selbstsüchtigen Vorteil zu erzielen, ist selbstsüchtige Liebe. Sie bindet Dich an diese Erde. Alle Lebewesen als Manifestationen Gottes zu lieben, ist reine Liebe. Reine Liebe ist göttliche Liebe. Sie führt zur Befreiung. Mancher Mann, manche Frau liebt ihren Partner, seine Partnerin, nicht um des anderen willen, sondern er/sie liebt ihn/sie aus eigensüchtigen Zwecken. Das ist Selbstsucht. Der eine erwartet vom anderen Sinnesfreuden. Wenn Alter oder Krankheit die Schönheit zerstören, endet diese Art der Liebe. Diese Art der Liebe ist letztlich Krämertum: Man liebt den anderen in dem Maße, wie man mehr zurückzubekommen glaubt als man gibt. Bei krämerischer Liebe kann es zwischen den beiden, Liebendem und Geliebter, kein wahres Glück geben. Das ist selbstsüchtige Liebe. Ohne wahre Zuneigung aus tiefem Herzen gibt es kein Element des Opfers. Also kommt es immer zu Streitigkeiten, Kämpfen und Unfrieden im Haus. Es herrscht ein ständiges Tauziehen. Irgendwie machen sie weiter und schleppen sich in einem trost- und freudlosen Leben dahin. Auch Prostituierte zeigen einige Zeit lang ihren Kunden gegenüber eine Überfülle von Liebe, süßes Lächeln und Honigworte, so lange sie Geld von ihnen zu erwarten haben. Kann man das Liebe oder wahres Glück nennen? Käufliche Liebe ist selbstverständlich keine wahre Liebe. Jede irdische Liebe ist hohl, hat Mißtöne, versteckte Zweifel und Mängel. Aber wahre, reine Liebe ist reich, tief, voll und fehlerlos. Sie ist ewig, unveränderlich und unbegrenzt. Selbstsüchtige Leidenschaft sucht Befriedigung durch andere. Aber reine göttliche Liebe versucht, den/die Geliebte(n) glücklich zu machen und schöpft Glück aus dem Glück des anderen. Liebe ist Opfer. Lieben heißt teilen und dienen.“ Du findest diesen Text übrigens auf http://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Natürlich ist alles auch eine Frage der Definition. Was ist Liebe überhaupt? Dazu erfahre einiges auf http://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe

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